ZigeunerKatzen

Aktueller Hinweis:

Wir empfehlen das neue Katzenfachforum: "Katzennatur: Katzen natürlich!"

 

 

 

Hier verschiedene Texte zum Thema, die wir für diverse Magazine/Internetforen schreiben durften. Leider sind manche Formatierungen nicht übernommen worden, wir hoffen es ist dennoch lesbar. Zunächst Einführungstexte über das Thema barfen, dann noch etwas Allgemeineres zum Thema Katzenernährung. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Bei uns fressen die Katzen Fleisch.......

 

..... Ja, rohes Fleisch. Das war ein langer Weg.

 

Ich habe seit 30 Jahren Katzen. Bis ich Internet bekam, hielt ich das Futter aus den lila Dosen für das Beste. Besonders Trockenfutter fand ich praktisch. Dann begann ich, mich zu informieren. Es gab Zeiten, da habe ich gewünscht, ich hätte nie damit angefangen!

Die Tipps der "Fachleute" widersprachen sich an allen Ecken und Enden. Die einen empfahlen teures Trockenfutter, die nächsten schrieen entsetzt auf und fanden, ich solle nur das Futter der Marke XY füttern, woraufhin die dritten sich empörten, eine Katze brauche Abwechslung und ich soll alles durcheinander geben, woraufhin sich leise wieder andere zu Wort meldeten und von Aldi-Futter sprachen. In meinem Kopf drehte sich alles. Alle hatten sie gute Argumente! Ich hatte zwei Möglichkeiten: Auf  keinen hören und weiter füttern wie bisher, oder mich selbst schlau machen. Ich machte mich schlau. Ich informierte mich, las sogar wissenschaftliche Texte auf englisch! (Das will was heißen), verglich Bedarfswerttabellen, rechnete Mikrogramm in Internationale Einheiten um und bekam den einen oder anderen Nervenzusammenbruch. Ich führte einen regen Mailkontakt mit Katzenfutterherstellern, lernte Phosphor und Phosphat zu unterscheiden (links und rechts kann ich aber immer noch nicht), Ca/P-Verhältnisse zu berechnen und Futteretiketten zu lesen.

Es war eine Odyssee!

Dann suchte ich das beste Futter. Eines, das wirklich die Bedürfnisse der Katze erfüllt. Eines, das keine umstrittenen und möglichst wenig allergieauslösende Stoffe enthält. Eines, das so richtig gesund ist für Katzen, hochwertig und ausgewogen?.

 

Ich suche immer noch?.

 

Es war zum Verzweifeln. Wirklich. Es gibt Futtersorten, da sind allerlei Pülverchen drin und die enthalten alle wesentlichen Mineralien, Vitamine und Spurenelemente. Toll. Das Futter selbst besteht dann aber dummerweise aus Müll (z.B. gemahlene Rinderhufe, Federn und Krallen, so genannte ?Nebenerzeugnisse?) und Getreide. Und dann gibt es Futter, die enthalten nur beste Zutaten, feinstes Fleisch, sehr appetitlich angerichtet, man möchte es sich aufs Brot schmieren?aber leider kaum Vitamine, zuwenig Kalzium, kaum Spurenelemente? dumm gelaufen. Zwischen diesen Extremen gibt es natürlich viele Graustufen, aber so richtig toll ist kein Futter. Frustriert und entnervt bestellte ich riesige Probepakete von hochwertigem Dosenfutter und startete einen Fressversuch mit unseren armen Fellknödeln. Mal gucken, was sie überhaupt mögen.

 

Dann las ich das erste mal vom "barfen". "Biologische, Artgerechte Roh-Fütterung" oder amerikanisch: "Bones and raw Food." Da gab es tatsächlich Leute, die ihren armen Tieren einfach rohes Fleisch zu fressen gaben! Das kann doch nicht gesund sein?? Da sind doch lauter gefährliche Bazillen dran! Parasiten, Würmer, Krankheiterreger, Viren, Salmonellen!!! Aber das war noch nicht alles: Man musste noch alle möglichen Zusatzstoffe und Pülverchen ins Fleisch mischen, und das klang alles ungeheuer kompliziert und gefährlich! Was man da alles falsch machen kann!!! Und außerdem: Wie ekelig! Rohes Fleisch! Wir sind keine Vegetarier, aber rohes Fleisch fanden wir eklig. Sehr eklig. Auf jeden Fall ekliger als Dosenfutter! Aber gutes Dosenfutter hatte ich immer noch keins gefunden. Mist.

 

Ich las mehr und mehr über das Barfen. Es faszinierte mich. Logisch ist rohes Fleisch der natürlichen Ernährung einer Katze sehr nah. Das leuchtet ein. Ich fand auch heraus, dass die Geschichte mit den Bazillen und Co zwar nicht ganz falsch ist, aber auch längst nicht so gefährlich wie ich angenommen hatte. Schließlich enthält eine frisch gefangene Maus oder gar Stubenfliege mehr davon als ein Stück Fleisch aus dem Supermarkt. Gegen Salmonellen ist eine gesunde Katze relativ unempfindlich. Ein wirklich gefährlicher Virus kann im Schweinefleisch sitzen (Pseudotollwut), deshalb füttert man kein Schweinefleisch. So einfach ist das. Blieb das Problem mit den Pülverchen, das so genannte "Supplementieren" (Oh, ich hab noch mehr Fremdwörter gelernt!). Aber bis zu 20% der Fütterung darf einfach aus rohem Fleisch bestehen, ohne das man sich über diese Pülverchen Gedanken machen muss. (20% bedeutet: 20 -30 gr pro Tag oder 200gr/Woche)

Unter dem Protest meines Mannes, der an der Fleischtheke abseits wartete, weil das da alles so eklig ist, bestellte ich todesmutig drei Hühnerherzen und einen Flügel. Ehrlich! Ich hatte Null Ahnung was das alles für totes Tier in der Auslage war! Ich komme aus der Hot Dog und Grillwürstchen Generation! Wenn ich Fleisch kaufte, dann fertig zubereitet und gewürzt aus der Tiefkühtruhe oder in der Pommesbude! An einer Fleischtheke hatte ich ungefähr noch nie gestanden! Ich schwöre!

Ich bekam mein Tütchen von der Metzgereifachverkäuferin mit ausdrucksloser Mimik ausgehändigt. An dem Tütchen hing ein Preiszettelchen: 23 Cent! Das war unser erster Schritt zum barfen. Leider nur der erste. Der zweite Schritt war, unseren Katzen klar zu machen, dass man dieses Zeug fressen kann. Sie fanden es ungefähr so eklig wie wir. Schoki war ernsthaft beleidigt und Kenzo versuchte, das Zeug zu verscharren. Ich war soooo enttäuscht! Hatte ich mich doch überwunden, das Zeug zu kaufen und zu servieren! Ich hatte sogar in meiner Verzweiflung ein Hühnerherz klein geschnitten!!! Ohne Handschuhe!!! Boah war das eklig!

Ich konnte es wegwerfen.

 

Trockenfutter hatten wir mittlerweile komplett verbannt. Man muss nicht viel von Katzenernährung verstehen, um es nicht zu füttern. Zwei Tatsachen reichen: Katzen fressen Fleisch und ihr Futter sollte 70-80% Feuchtigkeit enthalten. Trockenfutter besteht zu ca. 50% aus Getreide (das ist dann aber schon sehr gutes!) und hat 10% Feuchtigkeit.

 

Die Katzen bekamen ihr verlangtes Dosenfutter, mittlerweile ziemlich teures Zeug, hochwertig, aber nicht ausgewogen. Sie guckten ziemlich triumphierend, als ich das gute Fleisch in den Müll warf. Es sollte nicht das Letzte bleiben.

 

Ich war frustriert, aber noch lange nicht am Ende. Ich wusste mittlerweile, dass Katzen von Natur aus nichts fressen mögen, was sie nicht kennen. Rohes Fleisch riecht fremd, sieht fremd aus und fühlt sich anders an als Dosenfutter. Also musste ich tricksen. Ha! Und das kann ich! Mein Ehrgeiz war nur angestachelt durch diesen ersten Fehlversuch. Es gibt viele Tricks, wie man Katzen an dieses eklige Fleisch gewöhnen kann. Man kann:

 

  • Es ganz klein schneiden oder gar durch den Wolf drehen und in kleinen Mengen unter das gewohnte Futter mischen. Die Menge langsam steigern, die Stücke immer größer werden lassen? irgendwann fressen sie das rohe Fleisch pur und haben nix bemerkt. Verweigern sie eine Mischung, nur wieder eine Stufe zurückfahren, nicht wieder das Dosenfutter pur geben!

 

  • Das Fleisch leicht anbraten oder mit kochendem Wasser übergießen (überbrühen), so dass es außen gar ist und innen noch roh. Jedes Mal etwas kürzer garen.

 

  • Beim Zuschneiden in der Küche ?versehentlich? mal ein Stückchen fallen lassen. Geklautes Fressen schmeckt immer gut.

 

  • Fleischstückchen werfen, damit sie erjagt werden können. Welcher Jäger verschmäht schon seine Beute?

 

  • Fleischstückchen mit zerbröseltem Trockenfutter ?panieren? (zu irgendwas muss dieses Trockenfutter ja gut sein) ? Das war übrigens bei uns sehr erfolgreich.

 

  • Fleischstückchen mit Malzpaste oder Vitaminpaste oder -was immer die Katze gerne mag-, einschmieren.

 

Mit diesen Tricks schafften wir es, unsere beiden innerhalb von 3 Wochen komplett zu begeisterten Rohfleischfressern zu machen. Nun mag man meinen: Wenn man so ein Theater machen muss, damit Katzen das mögen, dann kann es doch nicht gut sein? So leichte Zweifel kamen uns während dieser drei Wochen Nervenkampf auch. Aber dann, nach wenigen Wochen, verweigerten sie offensichtlich angeekelt jegliches Dosenfutter! Mit mindestens der gleichen Abscheu, wie vorher das rohe Fleisch! Ihr Geschmacksempfinden hatte sich umgestellt. Komplett. Katzen mögen das, woran sie gewöhnt sind. Woran wir sie gewöhnen, liegt in unserer Hand.

 

Ganz nebenbei hat sich noch etwas geändert: Unser Ekelgefühl. Mittlerweile finden wir rohes Fleisch wirklich überhaupt nicht mehr eklig! Aber der Geruch von Dosenfutter? puh? und wie das aussieht!!!

 

Auch die Sache mit den "Pülverchen" ? das "Supplementieren" haben wir gelernt. Auf der Seite http://www.savannahcats.de/katzenernaehrung erhält man alle nötigen Informationen für den Einstieg. Hier gibt es "Grundrezepte" an die man sich bedenkenlos zunächst halten kann. Auf Dauer sollte man dann aber doch verstehen, was man warum supplementiert. Zu diesem Zweck empfiehlt sich die Anmeldung bei: http://de.groups.yahoo.com/group/katzen-alternativ

 

 

 

Ein paar Eindrücke von der Zubereitung hier: http://www.pixum.de/viewalbum/?id=1814676

 

Wer jetzt von der Menge geschockt ist: Es handelt sich hier um 8 Kilo Futter. Eine Katze benötigt durchschnittlich 160gr pro Tag. Das heißt, hier sieht man Katzenfutter für 50 Tage! Die Kosten lagen bei etwa 40 €, also pro Tag ca. 80 Cent.

 

 

Mittlerweile haben wir zwei weitere Katzen aufgenommen, die beide sofort und vollkommen problemlos rohes Fleisch annahmen und mit Begeisterung fressen. Vielleicht hat es damit zu tun, dass es beide Spanier sind. Jedenfalls scheint es nicht immer so ein Nervenkrieg zu sein, Katzen daran zu gewöhnen.

 

 

 

 

Odin und Ming bei ihrer ersten Rohfleischmahlzeit kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland.

 

Wir barfen jetzt seit etwa 8 Monaten. Es war eine folgenschwere Entscheidung: Unsere Katzen sind kerngesund, haben wunderbares Fell, die regelmäßige Kotuntersuchung auf Würmer und Parasiten fällt jedes Mal negativ aus. Selbst der Tierarzt ist erstaunt über die Entwicklung unserer Fellknödel. Etwa einmal pro Woche wird "Futter gemacht". Neben dem Einkauf beträgt der wöchentliche Zeitaufwand etwa 45 Minuten (Für 4 Katzen).

 

Wer nach diesem ersten Einblick neugierig geworden ist, dem sei die Seite www.savannahcats.de/katzenernaehrung noch einmal sehr ans Herz gelegt. Mehr über unsere Fellknödel und unsere Futterodyssee erfährt man unter www.katzenzigeuner.de.vu Unter ?Dosenfutter? findet man auch unsere neuesten Ergebnisse der Suche nach gutem Katzenfutter. (Für alle, denen barfen dann doch zu eklig erscheint) Wer noch eine Frage an uns persönlich hat, findet uns hier: http://www.tiere-ohne-zukunft.de/forum/

 

Liebe Grüße an alle Dosis und Barfer!

 

Kirsten und Arne aka "GypsiesLady" und "Katzenzigeuner"

 

 

Ein paar Gedanken zum Thema Supplemente

Taurin

 

Warum? Taurin ist eine Aminosäure, die Katzen nicht selbst herstellen können in ihrem Organismus, die sie aber unbedingt brauchen. Mäuse sind die Landlebewesen mit dem höchsten je gemessenen Tauringehalt. Ohne Taurin werden Katzen blind und kriegen Herzprobleme.

Muskelfleisch enthält etwas Taurin, aber damit allein kriegen wir nicht genug in die Katze. Herz und Hirn enthalten schon mehr, aber immer noch nicht genug. Muscheln und Krabben enthalten schon ziemlich viel, aber damit allein wollen wir unsere Katzen ja nicht ernähren.

Wieviel? Die Empfehlungen für die Taurinzugabe liegen zwischen 200 und 500mg/Tag. Es gibt einige sehr positive Berichte bezüglich der guten Auswirkungen einer reichlichen Tauringabe (bis 500mg) und keine bekannten Folgen von Überdosierungen. Die meisten industriellen Futter enthalten ca 1% Taurin. Damit können Katzen überleben, mehr aber auch nicht. Es hat mal jemand den Vergleich gezogen: Wenn ich Menschen ein Minimum an Vitamin C gebe, bekommen sie zwar kein Skorbut, aber sie sind anfälliger für Infektionen und haben insgesamt ein schwaches Immunsystem. So ist das auch mit der Minimaldosierung von Taurin. Ich finde, egal, was man füttert, Taurin sollte man immer dazu geben.

Woher? www.diekatzenbarfbar.de oder www.lucky-land.de Beide versenden bis zu 200gr als Brief für 1,44€ Porto 100gr kosten ca 15€. Das reicht für ca 1 Jahr. Aus der Apotheke bekommt man Taurin für ca 25€/100gr.

Wie? Die tägliche Dosis per Messlöffel (MITBESTELLEN!) abmessen, in etwas Wasser auflösen und unter das Futter mischen. Ob Taurin beim Einfrieren leidet, ist nicht endgültig geklärt. Daher wird empfohlen es frisch anzurühren. Taurin soll trocken gelagert werden. Am besten z.B. die Wochenration in einen extra Behälter füllen und die Dose somit nur 1 mal pro Woche öffnen, so kann es weniger Wasser ziehen.

 

Calzium

 

Warum? Wenn man 1/3 Knochenteile wie Hühnerflügel, Hühnerhälse, gewolfte ganze Tiere oder ähnliches füttert, muss man kein C supplementieren. Füttert man keine oder weniger Knochen, fehlt unter anderem der Calziumanteil im Futter. Fleisch enthält hingegen viel Phosphor. Da das Ca/P-Verhältnis in einem ausgewogenen Verhältnis stehen sollte, muss man also Ca supplementieren. Das Ca/P-Verhältnis sollte um die 1,15:1 liegen. Der Calculator ist so voreingestellt.

Wieviel? Das ist schwierig. Dazu gibt es den Calculator, der einem da viel Rechenarbeit abnimmt. Hinzu kommt, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, Ca zu supplementieren:

Gemahlene Eierschale, Knochenmehl, Caciumcarbonat, Calziumcitrat, Vitakalk...

Jedes dieser Supplemente hat unterschiedliche Werte. Freuen wir uns über den Calculator, der uns die Möglichkeit bietet, per Mausklick das Supplement unserer Wahl zu berechnen (Ausser Vitakalk, das muss man per Hand eingeben). Das bedeutet allerdings nun nicht, dass es egal ist, welches Supplement wir wählen. Neben dem Verhältnis zum Phosphorgehalt spielen nämlich auch die Gesamtwerte eine Rolle. Knochenmehl enthält auch eine gewisse Menge P. Wenn ich nun mein Fleisch nur mit Knochenmehl supplementiere werden die Gesamtwerte zu hoch. Sie sollten um die 300mg/Tag/Katze liegen. Nehme ich nur Eierschale, liege ich da knapp dran. Für ausgewachsene Katzen kein Problem, für Katzen mit Nierenproblemen sogar sehr gut, denn die sollen sparsam mit Phosphor versorgt werden. Für Kitten im Wachstum oder trächtige/säugende Katzen aber zu knapp. Ich empfehle, die Futterration einfach einmal mit Knochenmehl und einmal mit Eierschale/CaCitrat durchzurechnen und dann jeweils die Hälfte der angegebenen Ergebnisse zu vermischen. Also 50% Knochenmehl und 50% Eierschale z.B. Katzen mit gesunden Nieren wird das nicht schaden. Ich bevorzuge Knochenmehl und Eierschalen, weil sie so natürlich sind. Möglicherweise enthalten sie Spurenelemente, von denen wir garnix wissen und zusätzliche Mineralien, wie sie auch in Knochen zu finden sind.

Vitakalk hat hier eine Sonderstellung. Das ist was für fortgeschrittene Rechenfreaks ?( Vitakalk ist ein Vitaminsupplement, das auch Calzium enthält und Phosphor... ich werde es bei den Vitaminsupplementen näher besprechen.

Zum Abmessen eignet sich der oben bereits erwähnte Messlöffel:

Taurin: 500mg

CaCitrat: 230mg

CaCarbonat 400mg

Knochenmehl 640mg

Woher? Eierschalen roh mörsern. Eine Eierschale entspricht ca 6 gramm. Sonstige siehe oben: Barfbar oder Lucky-Land.

Wie? Alle Ca-Supplemente können direkt mit eingefroren werden. Vitakalk nicht.

 

Salz

 

Warum? Blut ist sehr salzig und wird selten in der Fleischtheke mitverkauft. Auch Knochen enthalten viel Salz. Salz besteht aus vielen lebenswichtigen Mineralien und Spurenelementen.

Wieviel? Auf 1 Kilo Fleisch ohne Knochen brauchen wir 5 gramm Salz. Füttern wir 1/3 Knochenteile oder supplementieren wir mit Knochenmehl oder Vitakalk, brauchen wir nur 2,5 gramm pro Kilo Fleisch.

Supplementierst du also mit 50% Knochenmehl und 50% Eierschale, musst du 3,75 gr auf ein Kilo Fleisch geben.

Woher? Man kann Meersalz frisch mahlen oder auch mal ein besonderes Salz bestellen (z.B. Himalayasalz o.ä.) Was die Frage Jodhaltig oder nicht betrifft, bin ich grad selbst am schwimmen, denn der Jodgehalt des Fleisches ist umstritten. Ich hab derzeit einfach immer mal ein anderes Salz. Supermarkt oder die oben genannten Adressen.

Wie? Auch das Salz kann und sollte sogar mit eingefroren werden.

 

Vitamine

]Warum? Tja, das abgehangene Fleisch vom Metzger ist nunmal nicht so frisch wie eine soeben getötete Maus. Auch durch das Ausbluten gehen eine Menge Vitamine flöten.

Womit und Wieviel und Woher? Ich finde die einfachste Variante für Einsteiger: 1 gemörserte Tablette "A-Z Multispektrum" vom DM-Markt oder (etwas teurer aber ziemlich gleich) 1 Caplette "CentrumA-Z" aus der Apotheke pro Kilo Fleisch. Für den Anfang reicht das völlig. Haben die Nerven des Neueinsteigers sich etwas von den Strapazen erholt, kann man über mehr Abwechslung nachdenken. Da kommt dann z.B. das bereits erwähnte Vitakalk ins Spiel.(z.B. Lucky-Land oder Katzenbarfbar) Das Problem hierbei ist, dass es ein Kombipräparat ist und neben gut dosierten Vitaminen auch Calzium und Phosphor enthält. Willst du nun dein Ca mit Vitakalk supplementieren, würdest du die Vitamine überdosieren, wenn du auf dein Ca/P-Verhältnis kommen willst. Vitakalk darf bis zu 600 mg pro Kilo Katze pro Tag gegeben werden. Das heißt, ich supplementiere bis hierhin mit Vitakalk und muss den Rest CA mit z.B. Eierschalen supplementieren. Ich empfehle für Fortgeschrittene: Abwechselnd beim "Futter machen" einmal mit "A-Z" Tabletten, und Eierschale/Knochenmehl supplementieren und danach dann mit Vitakalk und den Rest Eierschale. Das ist kompliziert, geht aber. Einsteiger: Jetzt nicht alles hinschmeißen!!! Alles wird gut!!! Das ist nur ein Tipp für Fortgeschrittene gewesen!!! Bleibt erstmal bei einer Tablette "A-Z" pro Kilo Fleisch! Ein paar Bierhefeflocken über dem Futter steigern nicht nur den appetit sondern liefern noch einen Schubbs B-Vitamine. (z.B. DM-Markt)

Wie? Es wird empfohlen, Vitamine nicht mit einzufrieren, weil sich die Spurenelemente in der Feuchtigkeit irgendwie verändern könnten. Vitamine immer lichtgeschützt kühl und trocken aufbewahren. Nicht im Kühlschrank. Am besten die Vit-tabletten für eine Woche im Voraus mörsern und das Pulver in einem lichtgeschützen und gut verschlossenen Behälter aufbewahren. Kurz vor dem Servieren über das Futter geben.

 

Fette und Öle

 

Warum? Fett ist ansich nur nötig, wenn man recht fettarme Fleischsorten verfüttert. Wesentlich sind allerdings die Omega-Fettsäuren. Frisst die Katze zweimal pro Woche Fisch, ist auch das kein Thema.

Wieviel? Da hilft uns nun wieder der Calculator. Leider muss man bei vielen Fleischsorten den Fettgehalt schätzen, das ist nicht einfach. Manchmal ist es mehr ein Raten. Was die fettsäuren betrifft, kann man zweimal pro Woche fetten Fisch füttern oder alternativ 1-2 Kapseln Lachsöl pro Woche über das Futter geben. Für Freaks gibt es noch die Möglichkeit einen Ölmix zu mischen. 30-40ml nachtkerzenöl, 10 ml Lachsöl, 2400-3000IE Vitamin E in eine braune Pipettenflasche(Apotheke) und täglich 2-4 Tropfen aufs Futter.

Wie? Das Schmalz und das Öl kann man mit einfrieren.

Woher? Ich nehme gerne Gänseschmalz (Walmart) aber man kann auch Schweineschmalz nehmen oder sogar Butter... die Öle für das Ölmix gibts bei den oben genannten Shops. Vitamin E Kapseln überall im Handel.(anpieksen und ausdrücken)

 

Wasser

 

Warum? Fleisch enthält so ca 65-70% Wasser. Das reicht nicht für den Flüssigkeitsbedarf unserer Fellnasen.

Wieviel Wie Woher? So 100-200ml pro Kilo Fleisch. Da man das Taurin ja eh in Wasser anrührt, kann man hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Oft schlecken die Katzen die Suppi-Suppe aus dem napf gerne heraus, aber manche mögen das nicht und die gute Pampe bleibt im Napf. Wer nicht 100% barft hat den Vorteil die Flüssigkeit mit einigen Suppies im Dosenfutter vermantschen zu können. Man kann Wasser aus der Leitung nehmen oder auch Quell- oder Mineralwasser.

 

Ballaststoffe

 

Warum? Weil an unserem Hühnerfleisch keine Federn mehr dran sind und am Rindfleisch kein Fell ?( Und weil wir keine Beutetiermägen samt Inhalt verfüttern.

Wieviel? 5% des Futters darf aus Gemüse/Getreide bestehen. Wer Industriefutter noch nebenbei füttert braucht das in der Regel nicht, denn darin sind meist mehr Ballststoffe als uns lieb ist.

Wie und Woher? Man kann alles mögliche probieren. Karotten raspeln, Zucchini, passierte Tomaten werden oft gerne genommen, ein Gläschen Babybrei für faule Barfer... oder 1-2 Esslöffel Weizenkleie pro Kilo Fleisch. Einfach ausprobieren, was am ehesten genommen wird. unsere kloppen sich um Babybrei und Tomaten... aber das ist ne schöne Sauerei

 

Hier übrigens der vielgenannte und gelobte Calculator: http://www.purrfect-paws.de/ke_calc.htm

 

So, ich hab wahrscheinlich irgendwas Wichtiges vergessen... aber ich kann ja dann editieren... ich hab jetzt keine Lust mehr zu schreiben und klicks nun raus  :D

 

Lieben Gruß

 

Kirsten

 

 

Der Begriff Barfen..bedeutet soviel wie:

Biologische Artgerechte Roh Fütterung

Barfen heißt, sich darum zu bemühen, die Ernährung der Tiere so naturnah und artgerecht wie möglich zu gestalten. Allerdings bedeutet es nicht, einfach rohes Fleisch in die Näpfe zu geben?

Barfen ist aber auch nicht unbedingt eine hochkomplizierte Wissenschaft, in die man sich jahrelang einarbeiten muss, wenn man seinen Tieren Mangelerscheinungen ersparen möchte.

Es gibt auch nicht DAS Barfen. Man kann ab und zu mal ein paar Häppchen Rohfleisch füttern (zum Beispiel für die Zahnhygiene) oder seine Tiere zu 100% roh ernähren. Da gibt es große Unterschiede.

Viele Tierhalter kommen leider erst auf die Rohfütterung, wenn Krankheiten bei ihren Tieren diagnostiziert wurden, bei denen man Bestandteile des Fertigfutters als (Mit-)Ursache vermutet und dieses demnach als Nahrung nicht mehr in Frage kommt. Mittlerweile liest man in Foren und Newsgroups immer häufiger davon, dass Barfen eine Ernährungsvariante ist, die ihren Platz neben Dosen- und Trockenfutter immer selbstverständlicher einnimmt. Viele Katzenhalter schrecken allerdings aus verschiedenen Gründen zunächst geradezu davor zurück, sich näher mit dieser Thematik auseinander zu setzen. Ekel vor rohem Fleisch kann hier ebenso eine Rolle spielen, wie (weitgehend unbegründete) Angst vor Salmonellen und anderen Krankheitserregern oder die Furcht, etwas falsch zu machen und dem Tier damit zu schaden. Auf einige dieser Punkte werden wir später eingehen.

?Kleines Barfen?:Es gilt die Faustregel, dass bei Rohfütterung, die bis zu 20% der Ernährung ausmacht, nicht supplementiert, also nachträglich ergänzt werden muss. (Nähere Erläuterung zum Supplementieren siehe unten.), sofern die sonstige Ernährung alle notwendigen Nährstoffe enthält. Dies ist bei den meisten industriellen Futtern weitgehend der Fall.

?Grosses Barfen? Will man über 20 % roh füttern, sollte man sich sehr ausgiebig mit dem Thema Supplemente beschäftigen. Das wirkt auf den ersten und zweiten Blick sehr kompliziert. Auf den dritten Blick kapiert man es langsam.
Will man Mangelerscheinungen vermeiden, kommt man leider nicht drum herum: Im Fleisch, das wir beim Metzger oder im Supermarkt kaufen ist nämlich leider nicht alles, was unsere Katzen zum Leben brauchen. Die meisten industriellen Dosenfutter enthalten solche Zusätze. Daher ist eine Supplementierung auch erst bei einer Rohfuttermenge nötig, die mehr als 20 % der Ernährung des Tieres ausmacht.

Pro BARF:

  • Die Verdauung unserer Katzen ist auf rohes Fleisch (Beutetiere) ausgelegt.
  • Manche Inhaltsstoffe gehen durch die industrielle Fertigung und das Erhitzen kaputt oder sind schlechter verwertbar für die Tiere.
  • Man weiß relativ genau, was in dem Futter drin ist, das man seinen Tieren anbietet.
  • Man kann auf individuelle Besonderheiten der Katzen beim Futter eingehen (z.B. Allergien).
  • Durch das Kauen der rohen Fleischstücke werden die Zähne der Tiere auf natürliche Art gepflegt. Zahnstein und Zahnfleischentzündungen wird somit vorgebeugt.
  • Das Katzenklo riecht weniger unangenehm und die Verdauung der Tiere pendelt sich auf ein natürliches Maß ein. Man braucht somit auch weniger Streu.
  • Es ist einfach ein toller Anblick, wenn die Katzen sich über ein saftiges rohes Stück Fleisch hermachen und man spart sich das Eintrittsgeld für den Zoo? Tigerfütterung hat man zuhause

Contra Barf:

  • Es ist etwas aufwendiger als Dosenfutter. Man muss etwa einmal pro Woche einkaufen, Fleisch klein schneiden, Portionsweise abfüllen und einfrieren. Jeden Tag eine Portion auftauen und ? falls man mehr als 20% barft - die Supplemente hinzufügen.
  • Es kann etwas teurer sein als Dosenfutter, aber wenn man mit den so genannten High-Premium-Futtern vergleicht und möglicherweise eine Kühltruhe hat und Sonderangebote beim Metzger en gros kaufen kann, kommt man sogar deutlich günstiger weg als mit Fertigfutter. Die Kosten pro Tag und Tier liegen etwa bei 0,60 ? - 1,40 ? (bei 100% barfen).
  • Anfangs kostet es etwas Zeit und Geduld, wenn man mehr als 20% barfen will, denn man muss ein paar Dinge lernen und sich anlesen.
  • Noch ein Kostenfaktor: Für mehr als 20% Rohfütterung muss man sich die Supplemente anschaffen und eventuell auch noch ein paar Haushaltsgeräte oder Werkzeuge (scharfes Messer, Brettchen, evtl. Fleischwolf, Plastikdosen zum Einfrieren?).
  • Viel Geduld braucht man zu Anfang möglicherweise auch, um den Tieren das Rohfleisch schmackhaft zu machen. Viele Tiere halten rohes Fleisch einfach nicht für genießbar und würden uns Dosis (oder Ex-Dosis) am liebsten zum Psychiater schicken, wenn wir stolz das erste rohe Fleisch servieren.

 

Ein paar wesentliche Grundlagen:

Was füttert man denn so?

Fleisch: Man kann im Prinzip jedes Fleisch roh verfüttern. Grundsätzlich ist jedoch von Schweinefleisch abzuraten, da es in manchen Gegenden Deutschlands Erreger der so genannten ?Pseudotollwut? (Aujetzky?sche Krankheit) enthalten kann, die für den Menschen unschädlich, für Katzen aber tödlich sein kann.

Knochen dürfen auch verfüttert werden, aber niemals gekocht oder gegart, da sie sonst splittern. (Vorsicht beim Auftauen in der Mikrowelle: Knochen garen dabei!)
Hühnerflügel oder -hälse sind sehr beliebt als Knochensnack. Aber: Bitte Vorsicht bei Katzen, die beim fressen gerne mal ?schlingen?! Bei komplett verschlungenen Knochenstücken kann schon mal eine Notfallbehandlung fällig werden! (Das ist eher selten, aber möglich.)
Zudem enthalten Knochen neben vielen anderen Stoffen viel Calzium. Das ist sehr wichtig und fehlt, wenn man nur Fleisch ohne Knochen füttert ? aber man kann es gut supplementieren (z.B. durch gemahlene Eierschalen). Knochenteile sollten nicht mehr als 30% des Gesamtfutters ausmachen, denn sonst kommt es zu Calzium-Überversorgung und die führt zu Verstopfung und langfristig zu Nierenschäden. Bitte beim kleinen barfen sehr zurückhaltend mit Knochen sein. Im industriellen Futter ist fast immer eine entsprechende Menge Calcium enthalten. Zu viele zusätzliche Knochen bergen hier das Risiko der Überdosierung. Ein Hühnerflügel pro Woche ist aber in Ordnung.

Fisch kann man bis zu 2 Mal pro Woche geben, er wird auch roh sehr gern genommen. Durch Einfrieren vor dem Verzehr sterben Parasiten im Fischfleisch ab. (Katzen können sich ? fast ? nicht mit Salmonellen infizieren. Ihre Verdauungssäfte töten diese recht zuverlässig ab und die Verdauung an sich geht schnell, so dass die Salmonellen keine Zeit haben, sich niederzulassen.)

Gemüse: Neben Fleisch sollte man einen kleinen Anteil der Nahrung in Form von Gemüse und Getreide (Reis, Weizenkeime u.ä.) anbieten. In der Natur fressen Katzen ja auch z.B. den Mageninhalt von Mäusen, der dann im Endeffekt auch zur Nährstoffversorgung beiträgt. Dieser beträgt allerdings etwa 5%. Bekommt die Katze zusätzlich Trockenfutter, kann man den Gemüseanteil getrost vernachlässigen, denn dieses enthält solche Fasern zu etwa 50%.

Wie füttert man denn so?

Zwischen einer Rohfütterung und einer Fütterung von gegartem Fleisch sollte man immer etwas Zeit verstreichen lassen. Die Verdauungsgeschwindigkeit ist unterschiedlich. In der Gewöhnungsphase ist es aber okay, Dosenfutter und Rohfleisch zu mischen. Das Fleisch sollte in etwa mausgroße Stücke geschnitten sein. Bei ?Schlingern? empfiehlt es sich, kleine längliche ?Läppchen? zu schneiden, die nicht im Ganzen verschlungen werden können. Schließlich sollen die Katzen ja kauen.

Was ist denn ?Supplementierung??

Das wird erst bei einer Rohfleischfütterung von über 20% interessant. In einem Stück Frischfleisch vom Metzger sind eine Menge guter Inhaltsstoffe. Leider aber nicht all das, was frisch gefangene Beutetiere so alles enthalten. Deshalb muss man supplementieren, also bestimmte Stoffe in bestimmter Menge zusetzen. Kurz erklärt:

Wasser und Salz fehlen, weil das Fleisch kein Blut enthält.

Vitamine und Mineralstoffe fehlen, weil das Fleisch nicht frisch ist.

Fett fehlt, wenn man fettarmes Fleisch füttert

Taurin (Eine Aminosäure) fehlt, weil die Maus das Tier mit dem höchsten Tauringehalt ist.

Ballaststoffe fehlen, weil der Mageninhalt der Tiere selten beim Metzger mitverkauft wird.

Calzium fehlt, wenn man nicht etwa 30% Knochenteile füttert.

Wie man genau bei mehr als 20% barfen supplementiert, muss tatsächlich zunächst erlernt werden. Ich möchte an dieser Stelle dringend davon abraten ?mal so drauf los zu supplementieren?. Das richtet tatsächlich schnell mehr Schaden als Nutzen an!

 

 

 

Typische Mythen über das Barfen:

?Die Tiere erkranken an Salmonellen?

Die Verdauung von Katzen ist auf die Verarbeitung von rohem Fleisch ausgelegt. Der Verdauungsvorgang ist viel kürzer als bei gekochter Nahrung, daher haben Salmonellen keine Zeit, sich häuslich niederzulassen. Die Magensäure einer gesunden Katze kommt locker mit Salmonellen klar. Nur kranke oder geschwächte Tiere können Probleme mit Salmonellen bekommen, aber auch das nur, wenn sie wirklich ziemlich altes Fleisch fressen würden (Was die meisten Katzen eh nicht anrühren)

?Die Tiere bekommen schlimme Mangelerscheinungen, weil man das Futter nicht so gut hinkriegt, wie die Industrie?

Man kann beim ?großen Barfen? einiges falsch machen. Das kann genauso schlimme Folgen haben, wie einseitige Ernährung mit minderwertigem Industriefutter. Deshalb ist es wichtig ein wenig Bescheid zu wissen über Calzium, Taurin, Wasser, Fett, Salz, Mineralstoffe und Vitamine. Das kann man alles lernen und es ist gar nicht so schwer. Immerhin kann man dann sein Futter genau berechnen und weiß, was man seinem Tier füttert. Dadurch, dass man sich damit etwas eingehender beschäftigt, lernt man nebenbei auch Tierfutteretiketten zu lesen und dann mag man oft den Tieren kein Industriefutter mehr geben.

?Die Tiere stecken sich am Fleisch der Futtertiere mit allen möglichen Krankheiten an.?

Es gibt tatsächlich Krankheiten und Parasiten, die auf diesem Weg übertragbar sind. Da kann man aber leicht Vorsorge treffen: Würmer und ihre Eier, sowie viele andere Krankheitserreger werden durch Einfrieren abgetötet. Füttert man Fleisch, das für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist, ist die Gefahr sowieso sehr gering. Die ?Pseudotollwut? ist vom Schweinefleisch auf Haustiere übertragbar. Zwar ist Deutschland angeblich frei von dieser Seuche, aber wer kann schon sicher sein, woher sein Schweinefleisch wirklich stammt? Es wird daher allgemein von der Fütterung von Schweinefleisch abgeraten. Es gibt so viele andere Fleischsorten, die man gefahrlos füttern kann. Weitere Ansteckungsgefahren sind mir zur Zeit nicht bekannt.

?Ich kenne jemanden, dessen Katze/Hund ist an einem Knochen erstickt??

Wahrscheinlich an einem gegarten Knochen. Geflügelknochen sind elastisch, solange sie roh sind. Rohe Knochen sind sehr gut, weil sie neben dem wichtigen Calzium noch weitere Mineralstoffe enthalten. Hühnerflügel und Hälse werden von vielen Katzen gut angenommen und gerne geknackt. Man sollte aber niemals gegarte Knochen füttern. Diese sind spröde und es entstehen gefährliche Knochensplitter. Achtung: Auch beim Auftauen in der Mikrowelle können Knochen garen! Selten gibt es Katzen, die rohe Knochen ?schlingen? statt zu kauen. Diese Tiere sollten auch keine rohen Knochen bekommen. Es ist aber kein Problem zu barfen ohne Knochen zu füttern. Calcium kann durch viele andere Supplemente ersetzt werden.

?Die Tiere werden wild und aggressiv von rohem Fleisch?

Ich habe unter zahlreichen Barfern und erfahrenen Züchtern, die zum Teil seit mehreren Jahrzehnten barfen, niemanden gefunden, der diesen Mythos hätte bestätigen können. Grundsätzlich sind Tiere, die gut ernährt werden und nicht unter Mangelerscheinungen leiden, lebenslustiger und aktiver als kranke, geschwächte Tiere. Eine Aggressivitätssteigerung wurde allerdings nicht festgestellt. Manche Katzen fressen ihr Rohfleisch knurrend. Das hat weniger mit Aggressivität als mit ganz natürlichem ?Spaß am Fressen? zu tun.

?Meine Katzen fressen so was nicht?

Die wenigsten Katzen akzeptieren auf Anhieb rohes Fleisch als Nahrung. Aufgrund ihrer angeborenen ?Neophobie? fremden Futter gegenüber, sind sie nicht bereit, ein Futter zu nehmen, das in Konsistenz, Geruch und Geschmack sehr von ihrem gewohnten Futter abweicht. Man muss es den Katzen anfangs meist mühsam ?schmackhaft machen?. Dazu die folgenden Tipps:

Umstellungstipps:

Das Fleisch leicht überbrühen oder kurz scharf anbraten, so, dass es außen gar und innen roh ist.

Das Fleisch mit zerstoßenen Trockenfutterstückchen garnieren, oder mit ?Leckerpaste? einreiben.

Sehr klein geschnittene Fleischstückchen unter das gewohnte Futter mischen. Die Dosis langsam erhöhen.

Das Fleisch durch ?Erlebnisgastronomie? interessant machen. Die Stückchen werfen, statt in den Napf legen. Das Fleischstückchen aus der Hand angeln lassen. ?Versehentlich? bei der Zubereitung mal ein Häppchen fallen lassen und ?stehlen? lassen.

Viel Spaß und Erfolg bei den ersten Versuchen mit Rohfutter!

Empfehlenswerte Literatur:

Leider keine deutschsprachige bekannt.

Weiterführende Links:


Zum ersten Einlesen ist die Ernährungsseite von den Savannahcats sehr empfehlenswert.

Für diejenigen, die sich ernsthaft mit dem Gedanken tragen, mehr als 20 % roh zu füttern (und demnach Infos zum Supplementieren etc. brauchen), ist es empfehlenswert, sich bei der yahoo-Group katzen-alternativ anzumelden.

 

Beim Rechnen helfen einem Calculatoren wie dieser:  http://www.purrfect-paws.de/ke_calc.htm

 

Hier gibt es Supplemente: http://www.diekatzenbarfbar.de/        http://www.wuerzburg-shop.de/Lucky-Land/

 

Hier gibt es ?Frostfutter?  http://www.frostfutter.de     http://www.barfershop.de

 

 

Neophobie, Futterwechselmechanismus und die Notwendigkeit der Abwechslung

 

Dieses Posting beginnt mit einem Seufzer: *seufz*!

Denn immer wieder, fast täglich ist hier zu lesen: ?Meine Katze mag dieses oder jenes nicht? oder ?Meine Katze mag dieses oder jenes PLÖTZLICH nicht mehr?

 

Das lässt mich seufzen. Warum, das will ich hier versuchen zu erklären:

 

Katzen haben aus ihrer Herkunftsgeschichte als wildlebende Wüstentiere zwei Verhaltensmuster mitgebracht, die Ihnen heute als Haustiere mehr schaden als nutzen: Neophobie und Futterwechselmechanismus.

Neophobie bedeutet: Ich fress nix, was ich nicht kenne. Ich gewöhne mich an einen Geschmack, eine Konsistenz, einen Geruch, erfahre, dass ich das vertrage und fresse nix anderes mehr. Dieses Verhaltensmuster macht es uns so schwer, Katzen auf ein anderes Futter umzustellen. ?Whiskas und Co? werden jahrelang weitergefüttert, weil : ?Meine Katze mag halt nix anderes?. ?Barfen? ist ne tolle Sache, aber ?Meine Katze frisst kein rohes Fleisch?.

Trockenfutter ist nicht gut für die Katze, aber: ?Meine Katze frisst nunmal nur TroFu?.

Katzen fressen das, woran sie gewöhnt sind. Es liegt in unserer Verantwortung, woran wir sie sich gewöhnen lassen. Ob man nun barft oder industrielles Futter gibt oder beides: Abwechslung ist das A und O der Katzenernährung! Katzen müssen an Abwechslung gewöhnt werden! Dem Verhaltensmuster der Neophobie gilt es, etwas entgegen zu setzen. Einseitige Ernährung ist immer schlecht! Katzen haben leider keinen blassen Schimmer, welches Futter ihnen gut tut und welches ihnen schadet. Neophobie kann sogar tödlich wirken. Erst kürzlich las ich von einer Katze, die sich weigerte, etwas anderes als Thunfisch zu fressen. Sie wäre daran jämmerlich verreckt, hätte die Halterin nicht mit unendlicher Geduld geschafft diese Neophobie zu überwinden. Katzen fressen nämlich auch einfach mal nix, wenn sie nicht das gewohnte Futter bekommen. Das kann allerdings schon nach 48 Stunden lebensgefährlich werden.

 

Der Futterwechselmechanismus hingegen ist scheinbar das genaue Gegenteil: Katze frisst monatelang mit großer Begeisterung ein bestimmtes Futter und plötzlich?ohne das irgendein Grund zu erkennen wäre, verweigert sie es. Hungrig sitzt sie protestierend vor dem gefüllten Napf. Dosi kramt in seiner Verzweiflung aus der hintersten Schrankecke ne Dose ?XY?, dass die Katze immer beharrlich verschmähte? und siehe da: Es wird gierigst verschlungen!

Ab heute will Katze nur noch ?xy?!

Der Futterwechselmechanismus wurde erstmalig bei Vogelschwärmen beschrieben. Sie hatten zwei verschiedene Samenarten zur Auswahl, fraßen aber immer nur einige Monate lang die eine Sorte, dann wieder nur die andere. Biologen vermuten dahinter den Sinn, den Organismus für notwendige Futterwechsel flexibel zu halten.

 

Es liegt in unserer Hand, wie gut unsere Tiere gegen diese beiden Mechanismen ankommen können.

 

Meiner Meinung nach müssen Katzen zu Vielfalt und Abwechslung im Futter erzogen werden. Nicht, indem man sie hungern lässt, wenn sie ihr bevorzugtes Futter verlangen! Futterwechsel und Gewöhnung an etwas Neues muss immer ganz langsam und in winzigen Schritten geschehen. Ich bemühe mich, das an einem Beispiel zu verdeutlichen:

 

Eine Katze frisst nur Trockenfutter. Sobald man es in Wasser tränkt oder etwas Dosenfutter oder Rohfutter untermischt, verweigert sie die Nahrungsaufnahme.

 

In diesem Fall würde ich eine Blumenspritze empfehlen. Nein, nicht zu Erziehungszwecken (Davon halte ich übrigens auch nichts) sondern um das Futter ganz minimal anzufeuchten vor dem servieren. Nicht mehr als ein Nebelhauch Feuchtigkeit liegt über dem Futter. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze es frisst, ist größer, wenn sie wirklich HUNGER hat. Der berühmte Katzenforscher Paul Leyhausen hat geschrieben, wer einer Katze immer den gefüllten Napf stehen lässt, nimmt ihr ein großes Stück Lebensfreude. Die Katze bekommt also echte ?Mahlzeiten?, nicht unbedingt zu festen Zeiten, aber eben jeweils nur für eine gewisse Zeit. Nach spätestens 30 Minuten, später wird der Zeitraum noch verkürzt, wird das Futter weggeräumt. Ganz langsam erhöht man nun im Laufe der folgenden Wochen den Feuchtigkeitsgehalt. Verweigert die Katze die Aufnahme, kehrt man zurück zur letzten Stufe und versucht es später noch mal mit der Steigerung. Irgendwann wird die Katze eingeweichtes TroFu fressen. Bis dahin liegen Dosis Nerven bereits blank und man ist kurz vor dem Durchdrehen. Keine Sorge, das ist völlig normal. Nun kommt die nächste Stufe: In winzigen Dosierungen, sozusagen homöopathischen Dosen, wird z.B. Dosenfutter untergemischt. Das weitere Vorgehen ist klar?.

Das geht so weiter, bis die Katze irgendwann möglichst viele verschiedene Futter annimmt. So beugt man Neophobie und Futterwechselmechanismus vor.

 

Abschließend möchte ich noch plädieren, für etwas, was ich ?Erlebnisgastronomie für Katzen? nenne. Fressen ist für Katzen mehr als Nahrungsaufnahme! Es ist ein Happening, ein Ereignis, ein Abenteuer! Macht das Füttern zum Happening! Lasst die Katze mitentscheiden, WANN es Futter gibt. Sie darf sagen, wann sie Hunger hat, auf ihre Art! Manche wollen lauthals meckern, andere schnurren einem um die Beine, manche sitzen vor einem und hyptnotisieren ihren Dosi, manche lernen Kunststückchen, erarbeiten sich ihr Futter, erjagen es, um es dann mit besonderem Appetit zu fressen. DAS ist die Lebensqualität, die Leyhausen meinte, glaube ich. Ein dauernd gefüllter Napf ist für Katzen einfach zum gähnen langweilig. Leyhausen führt sowohl Futterverweigerung als auch Übergewicht bei Katzen darauf zurück, dass wir Dosis einfach eine stinklangweilige Sache aus etwas machen, was der Höhepunkt eines aufregenden Tages sein sollte!

 

In diesem Sinne,

 

das musste mal gesagt werden!

 

Liebe Grüße an alle Katzenverrückten, Dosis und Barfer!

 

Kirsten

 




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