ZigeunerKatzen

Aktueller Hinweis:

Wir empfehlen das neue Katzenfachforum: "Katzennatur: Katzen natürlich!"

 

 

Trächtigkeit und die Folgen

 

Nun ist es passiert: Gewollt oder ungewollt, geplant oder überraschend:

 

 "Hilfe, meine Katze ist trächtig!"

 

Auch uns ist "es passiert". Wir sind nicht stolz darauf, denn es ist keine verantwortungsvoll geplante und bedachte Trächtigkeit. Wir sitzen sozusagen mit im Glashaus und wollen nicht mit Steinen werfen. Als Katzenhalter haben wir nun die Verantwortung, uns zu informieren und uns zu bemühen, die Risiken dieser Geburt so gering wie möglich zu halten. Ich will nun versuchen, unsere bisherigen Informationen zusammen zu fassen und damit erste Grundlagen zu bieten, für das, was auf zukünftige, unverhoffte Katzengroßeltern nun zukommt.

Nachtrag: Schoki hat die Embryos resorbiert. Bereits drei Wochen nach der Ultraschalluntersuchung wurde sie erneut rollig. Mittlerweile ist Schoki nun endlich kastriert! Vorallem haben wir so Platz für 2 Notfallkatzen aus Spanien ...siehe "Familienplanung"

 

Aufgrund unserer Erfahrungen plädieren wir für frühzeitige Kastration mit etwa 6 Monaten. Es gibt NICHTS, was dagegen spricht! Mythen über schlechteres Wachstum oder Hormonstörungen sind wissenschaftlich nicht haltbar und widerlegt!

 

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, mit einer Totaloperation (Hysterektomie) eine Trächtigkeit abzubrechen. Bei geschwächten, kranken oder zu jungen Katzen (unter 14 Monaten) ist dies eine Option, die man zum Schutze der Tiere in Erwägung ziehen sollte! Eine Risikogeburt endet nicht selten tragisch!  Aber nun zu den meist gestellten Fragen:

 

Woran erkenne ich, ob meine Katze trächtig ist?

 

Ab der 3ten Woche etwa beginnen sich die Zitzen zu verändern. Sie treten deutlicher hervor, manchmal lichtet sich schon ein kleiner Haarkranz rund um die Zitzen und die Farbe ändert sich. Die Zitzen werden rosa. Der TA kann per Ultraschall relativ gut ab dem 24ten Tag eine Trächtigkeit feststellen. Eine recht unsichere Tastdiagnose soll bei einem geübten TA um den 14ten Tag möglich sein. Danach erst wieder um die 6.Woche. Beim Ultraschall zeigt sich eine Vergrößerung der Gebärmutter um etwa 100% und die Embryos sind als "Kugelform" auf dem Screen zu erkennen. Die Menge der Kitten kann hier nur grob geschätzt werden. Unser TA sah deutlich drei Kugeln, meint aber, dass es durchaus mehr sein können, weil sich häufig noch ?Kugeln verstecken?. Das Bild auf dem Ultraschall sah aus wie eine kurze dicke Schlange, die drei Tischtennisbälle verschluckt hat. Bei großen Würfen und schlanken zierlichen Müttern kann man ab der 4-5ten Woche ein Bäuchlein wachsen sehen. Bewegungen der Kitten im Mutterleib kann man etwa ab der 6ten Woche erkennen und fühlen. Manche werdenden Katzenmütter können sich gegen Ende der Trächtigkeit wegen des Bäuchleins nicht mehr gut putzen. Etwas Hilfe, insbesondere bei der "Intimhygiene" ist hier angesagt.

 

Wie lange dauert die Trächtigkeit?

 

Insgesamt geht man von einer Trächtigkeitsdauer von 64 Tagen aus. Da man aber eigentlich nie genau weiß, wann die Katze erfolgreich gedeckt wurde, sagt man 59-70 Tage. Die meisten TA`s leiten ab dem 70ten Tag eine Geburt ein oder machen einen Kaiserschnitt. Üblicherweise wird zur Einleitung der Wehen Oxytoxin gespritzt. Hier kommt es selten zu einem Einreißen der Gebärmutter. Es gibt auch homöopathische Mittel, die die Wehen verstärken oder eine Geburt schonender einleiten können. Mittlerweile sind ja viele Tierärzte da auf dem Laufenden. 

 

Wichtig: Die meisten Komplikationen und Frühgeburten kommen um den 10ten Tag vor dem Geburtstermin vor. Schleimiger, vor allem blutiger Ausfluss sollte sofort mit dem TA geklärt werden. Ebenso wie alle anderen möglichen Krankheitsanzeichen, auf die man in dieser Zeit natürlich besonders achtet! Einen Freigänger lässt man ab dem 10ten Tag vor dem errechneten Termin nicht mehr aus dem Haus. Die Gefahr dass die Katze sich draußen einen ungeeigneten Ort für die Geburt auswählt, ist zu groß.


Was braucht die trächtige Katze?

 

In erster Linie Leute um sich, die die Nerven behalten. Alles sollte beim Gewohnten bleiben. Die geplante Grundrenovierung sollte verschoben werden, die Urlaubsplanung muss sowieso neu überdacht werden, alles, was Stress bedeutet, sollte möglichst unterlassen werden.

 

In Bezug auf das Futter ist eigentlich nichts Besonderes zu beachten, wenn das Tier, wovon ich ausgehe, hochwertig ernährt wird. Die Katze braucht allerdings mehr von allem. Bei minderwertiger Fütterung hat sie es also noch schwerer, die benötigte Nährstoffmenge aufzunehmen. Wenn man industrielles Katzenfutter gibt, sollte man spätestens jetzt (frühzeitig und langsam!) auf hochwertiges Futter umsteigen. Häufig wird empfohlen, der werdenden Mutter Kittenfutter zu reichen. Auch hier gilt: Bitte auf Qualität achten!

Barfer brauchen nichts zu ändern. Eine leichte Steigerung des Ca Gehaltes auf bis zu 1,2:1 kann aber nicht schaden, wenn man sonst auf 1,1:1 supplementiert hat.

Abzuraten ist davon, dem Tier jetzt einfach irgendwelche Vitamin- und Aufbaupräparate zu geben. Alle Nährstoffe müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen und eine Überdosierung ist jetzt das schlechteste, was man machen kann. Entweder man verlässt sich auf ein hochwertiges Industriefutter oder man bleibt als Barfer dabei, nach Futtermenge zu supplementieren. Die Katze frisst dann eben mehr und nimmt damit den höheren Bedarf an Nährstoffen zu sich.

 


Wie verändert sich ihr Verhalten?

 

Das ist sehr individuell. Manche Katzen leiden tatsächlich zu Beginn der Trächtigkeit unter Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Bei stärkerem, häufigem Erbrechen kann der TA auch auf homöopathischem Weg Linderung verschaffen. Ansonsten gilt, wie bei Menschen: Da muss frau durch?

Manche schlafen mehr als sonst. Manche haben zunächst weniger Appetit, andere fressen wie die Scheunendrescher. Ich persönlich plädiere sehr dafür, wenigstens in diesen 8 Wochen die Katze soviel fressen zu lassen, wie sie möchte. Eine übergewichtige Katze sollte in dieser Zeit nicht auf Diät gesetzt werden. Auch während der Zeit des Säugens sollte man dies beachten. Angaben über die benötigte Futtermenge sind immer nur sehr grobe Mittelwerte. Dies gilt für jede Katze, aber für die trächtige und säugende umso mehr. Zwar kann Übergewicht ein Risikofaktor bei der Geburt sein, aber Mangelversorgung ist es mindestens ebenso.

 

Die meisten werdenden Katzenmütter werden gegen Ende der Trächtigkeit ruhiger. Manche beginnen lange vor dem errechneten Termin alle möglichen und vor allem unmöglichen Örtlichkeiten auf ihre Wurfplatztauglichkeit zu testen. Es spricht nichts dagegen, möglichst frühzeitig eine Wurfkiste zu präsentieren. Unabhängig davon, wird die Katze sowieso alle anderen Orte abchecken. Keine Schublade bleibt verschont. Wo sie letztendlich wirft, wenn es soweit ist, da muss man sich überraschen lassen. Man sollte sich allerdings schon aus praktischen Gesichtspunkten bemühen, der Katze die Wurfkiste möglichst sympathisch zu machen. So eine Geburt hinter dem Küchenschrank, unter dem Bett oder auf dem Kleiderschrank zu betreuen, ist nicht gerade leicht.

 

Die Wurfkiste sollte der Größe der Katze angepasst sein. Eine zierliche Siamesin braucht eine kleinere Kiste als eine kräftige Maine-Coon. Ein Mittelmaß, an dem man sich orientieren kann wäre etwa: Grundfläche: 50x70 mit einer Höhe von 50cm. Die Höhe des ?Einstiegloches? sollte 10cm betragen, damit die Kitten nicht "versehentlich" herausfallen können.

Die Seitenwände sollten recht stabil sein, damit die Katze sich bei der Geburt abstützen kann. Wenn also Pappkarton, dann bitte sehr stabil.

Der Standort sollte natürlich "zugfrei" sein und warm. In der kühleren Jahreszeit empfiehlt sich eine Heizdecke. Manche Katzen mögen eine abgeschiedene stille Ecke, andere bevorzugen es, zumindest am Rande das Tagesgeschehen mitverfolgen zu können. Viele Katzen bevorzugen einen höher gelegenen Ort. Hier ist Vorsicht geboten und ein Umzug spätestens angesagt, wenn die Kleinen zu krabbeln beginnen. Als Einlage für die Geburt kann man spezielle Unterlagen kaufen. Man kann auch den Innenteil einer ungelesenen Zeitung nehmen (ist nämlich sehr keimarm) und mit sauberen Baumwolltüchern abdecken. Diese Unterlage wird man nach der Geburt wechseln müssen und auch für die nächste Zeit sollte man reichlich ?Wechselmaterial? zur Verfügung haben. Frotteetücher oder wollige Stoffe eignen sich nicht, weil die Kitten die Krallen noch nicht einziehen können und in den Schlaufen hängen bleiben.


Was muss ich bei der Geburt und kurz danach beachten?

 

In der Regel hat man als Mensch eine Beobachterrolle. Fast immer kommt die Katze ganz alleine mit allem klar. Manche Katzen wollen dabei auch alleine sein. Sie präsentieren eines Morgens dem ausgeschlafenen Dosi stolz die fidelen Kitten. Andererseits und scheinbar häufiger, holen selbst sonst scheue und wenig menschenbezogene Tiere in aller Deutlichkeit und keinen Widerspruch duldend ?ihren? Menschen zu sich und erwarten die vollkommene Aufmerksamkeit. Immer wieder hört man von Katzen, die die Heimkehr des geliebten Menschen abwarten um mit der Geburt anzufangen.

Ablauf der Geburt

Vor der Geburt geht ein Schleimpfropf ab. Das kriegt man meist kaum mit, weil die Katze sich gut säubert. Es kann passieren, dass der Pfropf auf dem Katzenklo abgeht. Es kann allerdings nun durchaus noch viele Stunden dauern, bis es losgeht? oder es passiert jetzt gleich?

Die erste Phase der Geburt bezeichnet man als Vorbereitungs- oder Öffnungsphase. Sie kann mehrere Stunden dauern. Die Welpen werden während dieser Phase in den Geburtskanal gedrückt. Während dieser Zeit ist die Katze häufig unruhig und atmet schnell.

Das zweite Stadium der Geburt ist die so genannte Austreibungsphase. Hier kann man die Wehen sehen und spüren. Diese Bewegungen transportieren das Katzenbaby im Geburtsweg schnell vorwärts. Zunächst tritt eine dunkle Flüssigkeit aus. Es handelt sich um den Inhalt der ersten Fruchtblase, die das Junge umgibt. Bald darauf wird die gräuliche Fruchtblase sichtbar, in der das Kätzchen zu erkennen ist. Jetzt vergeht nur noch eine kurze Zeit und der erste Katzenwelpe ist geboren.

Es ist kein Problem, wenn zuerst ein Beinchen statt des Köpfchens zu sehen ist. Anders als bei Menschengeburten spielt das keine Rolle. Nur, wenn weder Kopf noch Bein oder Schwanz, sondern Rücken oder Po zu sehen sind, ist die Austreibung für die Katze sehr schwierig und schmerzhaft! Geht es trotz Wehen nicht voran, bitte TA verständigen. Katze ruhig halten! Es ist möglich, dass sie vor Schmerz zubeißt oder aus der Wurfkiste rennt! Bitte verhindern, dass sie vor Verzweiflung in das halbgeborene Kitten beißt. Der TA sollte unterwegs sein! Niemals an einem halb geborenen Baby ziehen! Fachleute sind in der Lage eine Presswehe genau abzuschätzen und durch leichten Zug die Geburt zu forcieren, aber bitte niemals an einem Beinchen oder Schwänzchen ziehen! Normalerweise kommt der Welpe mit einer der nächsten Presswehen.

Die Fruchtblase ist entweder schon offen oder wird von der Mutter aufgerissen. Junge und unerfahrene Mütter sind aber vielleicht verstört und wissen nicht, was zu tun ist. Dann reißt man die Fruchthülle am Kopf auf, und wischt Nase und Mund frei. Falls die Katze auch nicht abnabelt, massiert man an der Nabelschnur etwa 2 cm von Bauch entfernt das Blut heraus und knibbelt mit sauberen (desinfizierten) Fingernägeln die Nabelschnur durch. Häufig wird hierzu eine spezielle Nabelschere empfohlen. Bei einem Schnitt kommt es aber häufiger zu Blutungen, die zusätzlich mit einer Nabelklemme versorgt werden müssen. Falls es stark bluten sollte, kann man aber durchaus auch einfach das Ende mit etwas Garn fest umwickeln. Man kann den Nabelschnitt mit einem Wunddesinfektionsmittel (Octenisept) behandeln. Der Rest der Nabelschnur fällt in den nächsten Tagen ab.

Sollte das Kitten nicht atmen, muss es abgesaugt werden. Wenn Fruchtwasser in die Atemwege eingedrungen ist, wird das Kitten voraussichtlich nicht lange überleben, wenn man jetzt nicht beherzt handelt! Manchmal sitzt auch ein Schleimpfropf in den Nasenlöchern. Ekel überwinden und Nase frei saugen! Das Absaugen mit speziellen Schläuchen muss gekonnt sein und kann auch Schaden anrichten, wenn man es falsch anstellt! Das häufig empfohlene ?Freischlagen? oder ?Freischwenken? (Kitten wird fest in die Hand genommen und die Atemwege durch schnelles ?ausschlagen? mit dem Kopf nach unten freigepresst) führt häufig zu Gehirnerschütterungen oder anderen Schäden. Auch das muss gelernt sein!

Sind die Atemwege frei und das Baby atmet immer noch nicht, kräftig mit angewärmten Frotteetüchern abrubbeln, eventuell kurz mit dem Köpfchen/Nacken unter den kalten Wasserhahn. Nicht so schnell aufgeben! Es soll Kitten gegeben haben, die nach 20 Minuten zu Atmen begonnen haben!

Viele erfahrene Züchter verwenden Rescue-Tropfen (Bachblüten). Sind diese alkoholhaltig, kann man einen Tropfen in den Nacken des Babies einmassieren. Alkoholfreie Tropfen kann man direkt auf die Nase und ins Schnäuzchen geben.

Ebenfalls häufig empfohlen werden "Respirot" Tropfen zur Atemanregung. Diese bekommt man beim TA.

Wenn alles gut läuft, wird die Katze das Kitten abnabeln (hier kann man darauf achten, dass sie nicht zu kurz die Nabelschnur abfrisst: Einfach locker zwei Finger auf den Babybauch legen, wenn die Katze hektisch wirkt.) und gründlich trocken lecken. Manchmal wirkt das recht ruppig und fest. Das ist gut, denn dadurch wird der Kreislauf des Neugeborenen aktiviert.

Anschließend folgt die dritte Phase der Geburt, das so genannte Nachgeburtsstadium. Jedes Kätzchen ist von einer Plazenta umgeben, die in der Regel kurz nach seiner Geburt ausgeschieden wird. Es ist völlig normal und erwünscht, dass die Katze die Nachgeburt frisst. Es handelt sich um ein normales, instinktives Verhalten. Wildkatzen verhindern auf diese Weise, dass Feinde angelockt werden. Die Plazenta enthält außerdem wichtige Nährstoffe, die die Wehen verstärken und für guten Milcheinschuss sorgen.

Wichtig: Bitte die Geburten und die Nachgeburten notieren! Es ist wichtig zu vermerken, falls eine Nachgeburt nicht heraus gekommen ist, weil das zu schlimmen Infektionen führen kann! TA konsultieren oder um Hausbesuch bitten!

Schon bald suchen die Neugeborenen die Zitzen der Mutter und beginnen zu saugen. Sie finden die Zitzen übrigens über ihren Geruchssinn. Die Aufnahme dieser ersten Muttermilch (Kolostrum) ist von entscheidender Bedeutung, denn durch sie erhält der Katzenwelpe alle Abwehrkörper und Schutzstoffe, die er selbst noch nicht bilden kann. Die enthaltenen Stoffe kann das Kitten nur in den ersten Stunden nach der Geburt aufnehmen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Neugeborenen möglichst früh beginnen zu saugen.

Bei folgenden Problemen bitte sofort TA anrufen:

  1. Nach zweistündigem Pressen ist immer noch kein Welpe geboren.
  2. Die austretenden Fruchtwässer riechen sehr schlecht.
  3. Die Mutterkatze wirkt teilnahmslos und schlaff.
  4. Starke Blutungen treten auf.
  5. Die Kätzin ist ungewöhnlich unruhig.
  6. Die Katze versorgt ihre Welpen nach der Geburt nicht ausreichend.
  7. Die Katzenwelpen sind sehr lebensschwach.

 

Risiko Blutgruppenunverträglichkeit:

94% aller Katzen tragen die Blutgruppe A. 4% die Gruppe B. Ganz selten gibt es die Gruppe AB.

Die B-Katzen kommen gehäuft bei verschiedenen Rassekatzen vor, allen voran ist hier die BKH zu nennen.

Hauskatzen und Siamesen zum Beispiel tragen zu über 99% A.

Verpaart man eine B-Katze mit einem A-Kater KANN ein A-Kitten fallen. Dieses wiederum KANN einen hohen Antikörperwert gegen die Blutgruppe B seiner Mutter aufweisen. Diese Unverträglichkeit KANN zum Tode führen. Vermutet man eine solche Unverträglichkeit, kann man direkt nach der Geburt aus der Nabelschnur einen Bluttropfen auf eine Testkarte (zu bestellen über den TA) auftragen und so die genaue Blutgruppe der Kitten bestimmen. Werden die A-Kitten 48 Stunden (manchmal werden 3 Tage empfohlen) nach der Geburt von der Mutter getrennt und von Hand versorgt, ist die Gefahr überstanden. Nur die Kolostralmilch enthält die Antikörper.

Erste Anzeichen bei betroffenen Kitten ist Saugunlust, Schwäche und braun-roter Urin. Treten diese Anzeichen auf, KANN es zu spät sein. Diesen plötzlichen Kitten-Tod um den dritten Tag nennt man auch ?Fading-Kitten-Syndrom?

 

Zusammenfassung: Was brauche ich für die Geburt?

 

  •      Telefonnummern des Tierarztes/Tierklinik/Notdienst
  •      Telefon nahe der Wurfkiste
  •      Wurfkiste
  •      Einlage (Zeitung/ Baumwolltücher)
  •      Frotteetücher zum abrubbeln
  •      Wärmekissen oder Rotlichtlampe
  •      Händedesinfektionsmittel
  •      Wunddesinfektionsmittel
  •      Nähgarn zum Nabel abbinden, falls nötig
  •      Rescue-Tropfen
  •      Respirot-Tropfen
  •      Aufzuchtsmilch
  •      Aufzuchtflasche oder Einmalspritze, evtl. Saugaufsatz
  •      Küchenwaage
  •      Wiegetabelle/Stift
  •      Evtl Nagellack bei gleichfarbigen Kitten
  •       Bei vermutlicher Blutgruppenunverträglichkeit Teststreifen

 


Was brauchen die Kitten?

 

In erster Linie eine wohlgenährte und entspannte Mutter.

Nach der Geburt entwickelt sich zwischen der Kätzin und ihren Kleinen eine sehr innige Beziehung. Dabei erkennt und unterscheidet die Mutter ihre Welpen am Geruch. In den ersten Tagen verlässt sie die Wurfkiste nur ganz kurz. Ständig leckt sie die Welpen, um deren Kreislauf und Verdauungstätigkeit zu stimulieren.

In den ersten Tagen kann es durchaus sein, dass die Katze ihre Welpen im Genick packt und sie an eine andere Stelle trägt. Es handelt sich dabei um ein natürliches und instinktives Verhalten. Wildkatzen verhalten sich so, weil Fruchtwasser, das bei der Geburt austritt, Feinde anlocken können. Aber auch Katzen, die sich zu sehr gestört fühlen, flüchten mit ihrer Familie an einen ruhigeren Ort.

Die Kitten müssen bitte täglich zur gleichen Zeit gewogen werden! Am besten man legt sich eine Wiegetabelle an. In dieser Zeit ist das Gewicht der beste Indikator für auftretende Probleme. Kitten wiegen bei der Geburt 80-100 Gramm. Am ersten Tag etwas weniger. Ab dem zweiten Tag sollten sie täglich 10-16 Gramm zunehmen und innerhalb der ersten Woche ihr Geburtsgewicht verdoppeln.

Wenn die Kitten gleichfarbig sind, muss man sie irgendwie auseinander halten können. Die eleganteste Methode ist es wohl, eine Kralle mit schickem Nagellack zu versehen (an verschiedenen Pfötchen natürlich)

Nimmt eins oder mehrere Kitten nicht ausreichend zu, muss man die Ursache herausfinden. Eine angeborene Gaumenspalte kann die Ursache sein. Das Kitten muss bitte baldmöglichst eingeschläfert werden, es würde sonst jämmerlich verhungern. Nimmt ein Kitten über mehr als einen Tag lang ab oder stagniert das Gewicht, bitte dem TA vorstellen! Ursache kann auch eine lebensgefährliche Infektion sein!

Bei größeren Würfen hat die Mutter vielleicht zu wenig Milch. Dann kann Zufütterung angebracht sein. Achtung: Bitte unbedingt spezielle Katzenaufzuchtmilch (Nicht ?Katzenmilch?!) verwenden! Am besten vom Tierarzt. (Häufig empfohlen: Mamilac, JustBorn und KMR) Es ist sinnvoll, eine ?Notfallportion? schon vor der Geburt im Hause zu haben. Notfalls kann man versuchen die Milch mit Hilfe einer Einmalspritze einzuflößen (Ohne Nadel, versteht sich). Es gibt sogar spezielle Sauger, die man auf solche Spritzen aufsetzen kann. www.catstuff.de  Möchte man sich im Zoogeschäft eindecken, sollte man zu diesem Zweck mal in die Nagerabteilung gehen. Hier gibt es die passende Größe für neugeborene Katzen.

Zugefüttert wird übrigens immer das stärkste Katzenkind! So bleibt von der guten Muttermilch mehr für die "Schwächlinge" und der Stärkste verzeiht Fütterungsfehler am ehesten! Meistens sind die hinteren Zitzen die ertragsreichsten. Schwächelnde Kitten versuchen, häufig anzulegen. In der Regel hat jedes Kitten ?seine? Zitze, aber man sollte ruhig versuchen, schwächere Babies zwischen den Hinterbeinen anzulegen.

Die Augen öffnen sich um den 7ten bis 10ten Tag. Achtung: Die Kitten können immer noch nicht die Krallen einziehen und es kann zu Verletzungen kommen. Bitte nie mit Kamillentee spülen, sondern mit "Augentrost" (Apotheke). Bei schlimmeren Verletzungen den TA konsultieren.

Etwa ab der dritten Woche krabbeln die Kitten aus der Wurfkiste und erkunden die Umwelt. Jetzt können sie schon gut sehen und der Gehörsinn entwickelt sich. Sicher und Nerven schonend ist für die folgenden Wochen ein möglichst großräumiger Kittenfreilauf. Ein Katzenklo für Babies sollte hier bereitstehen und Spielzeuge natürlich. Als Einstreu wird häufig "Holzstreu" empfohlen, denn die Babies testen selbstverständlich zunächst die Fressbarkeit!

Ab der vierten Woche kann man es mit Zufütterung probieren, ab der fünften Woche sollte spätestens zugefüttert werden. Dosis nehmen hochwertiges Kittenfutter oder hochwertiges Futter für erwachsene Katzen, Barfer wolfen das Fleisch zunächst und mischen die üblichen Supplemente unter.

Auf keinen Fall sollten die Katzenjungen vor der 12ten Woche von der Mutter getrennt werden! Zwar sind sie meist schon mit 8 Wochen stubenrein und abgestillt, aber eine andere wichtige Sache ist noch lange nicht abgeschlossen: Die "primäre Sozialisation"! Viele kätzische Verhaltensweisen werden in dieser Zeit im Zusammenleben mit Mutter und Geschwistern erlernt! Bei zu früh getrennten Kitten zeigen sich nicht selten erst lange Zeit später Verhaltensauffälligkeiten oder gar -störungen. Viele verantwortungsvolle Züchter behalten die Kitten bis zur 14ten Woche! Sie wissen warum!

Selbstverständlich stehen die Themen Impfen und Entwurmen an. Speziell zum Thema Impfen gehen die Meinungen sehr auseinander. Ich persönliche lasse die Kitten mit ca. 8/9 Wochen gegen Katzenseuche impfen. Eine Nachimpfung ist etwa 4 Wochen später angesagt. Da ich keine Kitten in ungesicherten Freigang abgebe, reicht dies meiner Meinung nach aus. Das Thema ist allerdings komplex und man sollte sich gründlich informieren.

Bei der Abgabe empfiehlt sich der Abschluss eines Schutzvertrages. Hier kann man z.B. festlegen, dass man als Züchter ein Vorkaufsrecht hat, wenn die Katze jemals den Besitzer wechseln sollte. Auch die Hinterlegung eines finanziellen ?Pfandes? bis zur nachgewiesenen Kastration vor dem 12. oder 14. Lebensmonat hilft, unnötige Katzenvermehrung zu verhindern.

Abschließend möchte ich noch einmal sagen, dass tatsächlich die Geburt und Aufzucht eine völlig natürliche Angelegenheit ist und in der Regel komplikationslos und wunderbar abläuft. Dennoch sollte man für den Ausnahmefall gewappnet und informiert sein, denn es gilt Leben zu retten!

Liebe Grüße

Kirsten

 

 

 

 

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!